
Die Uni ist im beginnenden Sommer äußerst Caras. Da schleppen dann nämlich diese aufgetakelten Bratzen ihre in miss 60 Hosen gezwängten Formhinterschinken auf dünnen Stäben, damit meine ich nicht ihre Stöckelschuhe, durch die Gänge. Sie tragen zumeist große Dummbrillen von h&m oder auch Mango (trug mir Societyexperte
Christopher zu), wie sie aus Musikvideos und von Lifestyle- und Promiexpertinnen, Boulevardjournalistinnen wie sie sich gerne, von unverstandenem Berufsethos durchdrungen, betitelt sähen, des deutschen Privatfernsehens bekannt sind. Getragen wird, wenn möglich, rosa und weiß. Die Haare sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit blond und zu einem Pferdeschwanz, Rinderborste würde viel besser passen, gebunden.
Christopher, der sich aufgrund einer schlimmen Haselnussallergie keinen Noggern kann, hasst zudem Flipflopschuhe, stellt weiterhin mit Entsetzen fest, dass die Gesichts-OP-Mode noch nicht bis nach Augsburg vorgedrungen sein kann und möchte in seinem nächsten Leben Geschäftsführer eines florierenden deutschen Pharmakonzerns in Kambodscha sein. Steht's klingt zwar wie eines seiner Lieblingsworte, ist es aber nicht.

Um diese rot-schimmernden Damen schwirren dann noch die ganzen Halbheteros, die immer rot tragen. Rote Puma Schuhe zu roter Caprihose, die wenigen verbleibenden Haare neckisch-strubbelig nach vorne geworfen, als schritten sie allmorgenlich rückwärts durch einen von der Firma Daimler-Chrysler betriebenen Windkanal, ebenfalls Dummbrille auf der Nase, und, ganz wichtig, ein Schweißband am rechten Arm. Da man das hier in Augsburg noch nicht kennt, wissen sie nicht, dass sie Metrosexuell sind, und erst recht nicht, dass sie in spätestens zwei Jahren auch schwul sind, was auch gut so ist. Wie ich gerade sehe gibt es auch noch solche, die zu ihrer Cargo Hose den vor zwei Jahren aus der Mode gekommenen, irokesenähnlichen Haarschnitt tragen, der in der englischen Metrosexuellenszene stets so beliebt war.

Durchweg gestörtes Publikum also, das aber nicht nur seine völlig aufgedonnerte und zerschminkte Ausprägung findet. Es gibt natürlich auch die putzigen Hirnlosen, die bei dem guten Wetter jetzt wieder auf die Idee kommen barfuß durch die Universitätsflure zu flanieren, um sich in den spärlich gesähten freien Momenten auf dem Boden sitzend das Gesicht von seinem Köter ablecken zu lassen, den Mund ganz sinnlich halb geöffnet.
Der BH ist übrigens leider nicht nur bei denen aus der Mode geraten, die keinen brauchen.
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Zum Thema California, Las Vegas, Versace, Hollywood Stehvitrine seien folgende zwei Quellen genannt:
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Stilmöbel Vitrine
[2]
NEUE STILRICHTUNG