Verbraucherhinweis: Die gesundheitlich überaus ereignisreiche letzte Woche werde ich aus therapeutischen Gründen mit anderen teilen, indem ich sie in einem sog. "Internet-Tagebuch" veröffentliche. Ich gehe davon aus, dass sich jeder brennend dafür interessiert.
Seeed-Sound macht kleine Typen groß.
Dienstag Nacht während ich schlafe bemerke ich bereits eine ungewöhnliche Empfindlichkeit meiner Handflächen, beachte dies jedoch nicht weiter, da ich ja schlafe. Als der Wecker klingelt wache ich tatsächlich auf und beschwere mich umgehend bei meiner Freundin über meine schmerzenden Hände. Kurz nachdem ich mein volles Bewusstsein erlangt hatte (dafür benötige ich nach dem Aufstehen immer eine Weile) musste ich feststellen, dass meine Hände nicht die gewohnte Größe hatten, und sich darüberhinaus nicht so anfühlten, als hätten sie die übliche Körpertemperatur von 36,5°C. Heiss! Sie waren so heiß!
Darüberhinaus stellte ich fest, dass sich das Volumen meiner Hände über Nacht verdoppelt haben musste. Ick hatte Riesenpranken vom allerfeinsten! Vor allem die Rechte Hand hätte aufgrund ihrer ausladenden Form The incredible Hulk die SchamesNeidesröte ins grüne Gesicht getrieben.
No need to be perfect when you look good.
Im Internet also mal schnell geguckt, wann geschwollene Hände denn als Symptome auftreten. Irgendwie überall (Hä? Habe mir doch vor ner Woche nen Entsafter gekauft!). Egal, wird schon nix sein. Aber: Dienstag ist Waschtag! Also Klamotten ausgezogen um zu duschen und siehe da: Haut spinnt! Unterarm, Trizeps, Oberschenkel und Rücken haben sich offenbar von der indischen Tradition der Hennakunst äusserst inspiriert gefühlt und kurzerhand eine Einfärbung der Oberhaut herbeigeführt. So entstand ein lustiges rot-weisses Muster auf einer leicht angerauhten Haut, die ein bisschen so aussah, als hätte man sie mit Brennnesseln verbrannt. Komisch! Ausschlag! Hurra! Oh, schon halb zehn, die Uni wartet nicht. Im Hörsaal ist die Hand dann aber so groß geworden, dass ich sie nicht mehr ballen konnte, da ich befürchten musste, die Haut würde platzen. Also doch nochmal zum Arzt. Blut abgenommen, Hautarzt besucht, für die ist alles klar: Ich habe aus heiterem Himmel die erste Allergie meines Lebens erlitten, und zwar aus Veranlagung. Ja na klar!
Well honed is half mown.
Dienstag Abend zum Basketball war dann die Schwellung der Hände soweit zurückgegangen, dass ich meine Hand nicht, wie erhofft, als Abrissbirne zum Rebounden verwenden konnte. Hingegangen bin ich trotzdem, war wie immer ganz nett, aber ein bisschen komisch, mit kaputten Händen. Mittwoch morgen war dann wieder der große Symptomzirkus angesagt (Morgens-Abends-Gefälle der Symptomintensitäten!); diesmal die Handflächen. Die fühlten sich an (und sahen auch aus!), als wären sie von Bienenstichen (und damit meine ich keine Teilchen vom Bäcker) übersäht. Das ist ein bisschen unpraktisch, insbesondere beim Lenken im Auto. Donnerstags waren dann nur noch die Handrücken dran, die sich ein bisschen neurodermitisch anfühlten und auch aussahen. Und siehe da: Freitags nix mehr. Auch wenn gewisse Pessimisten mir jetzt einreden wollen, ich wäre für immer und ewig zum Allergiker geworden, gehe ich vom Gegenteil aus und genieße ein Wochenende voll Context-Aware-Computing und vertraue auf die Selbstheilungskraft meines Körpers.